Avodah Zarah 131

Kapitel 131

א חמרא עתיקא בענבי דברי הכל בנותן טעם חמרא חדתא בענבי אביי אמר במשהו ורבא אמר בנותן טעם
1 Hinsichtlich des alten Weines, der auf Trauben kommt, sind alle der Ansicht, wenn er einen Geschmack verleiht; wenn aber neuer Wein auf Trauben kommt, so genügt, wie Abajje sagt, ein Minimum; Raba sagt, nur wenn er einen Geschmack verleiht.
ב אביי אמר במשהו בתר טעמא אזלינן אידי ואידי חד טעמא הוא דהוה ליה מין במינו ומין במינו במשהו
2 Abajje sagt, ein Minimum, denn wir richten uns nach dem Geschmacke, und da beide denselben Geschmack haben, so gehören sie zur selben Art, und bei [einer Vermischung von Dingen] derselben Art genügt ein Minimum.
ג ורבא אמר בנותן טעם בתר שמא אזלינן והאי שמא לחוד והאי שמא לחוד וה"ל מין בשאינו מינו ומין בשאינו מינו בנ"ט
3 Raba sagt, wenn ein Geschmack verliehen wird, denn wir richten uns nach dem Namen, und da sie verschiedene Namen haben, so sind sie von einander verschiedene Arten, und bei verschiedenen Arten ist Geschmacksverleihung erforderlich. –
ד תנן יין נסך שנפל ע"ג ענבים כו' קס"ד חמרא חדתא בענבי מאי לאו בנ"ט לא במשהו
4 Wir haben gelernt: Wenn Libationswein auf Trauben gekommen &c. Er dachte, wenn neuer Wein auf Trauben gekommen ist, und dies gilt wohl bei Geschmacksverleihung!? – Nein, bei einem Minimum. –
ה הא מדקתני סיפא זה הכלל כל שבהנאתו בנותן טעם אסור כל שאין בהנאתו בנותן טעם מותר מכלל דבנותן טעם עסקינן
5 Wenn es aber im Schlußsatze heißt: die Regel hierbei ist: wenn ein Geschmack verliehen wird, so ist es verboten, wenn kein Geschmack verliehen wird, so ist es erlaubt, so gilt dies wohl von dem Falle, wenn ein Geschmack verliehen wird!? –
ו ואביי מתניתין בחמרא עתיקא בענבי
6 Abajje [kann erwidern:] unsere Mišna spricht von dem Falle, wenn alter Wein auf Trauben gekommen ist.
ז חלא דחמרא וחלא דשיכרא וחמירא דחיטי וחמירא דשערי אביי אמר בנותן טעם בתר טעמא אזלינן והאי טעמא לחוד והאי טעמא לחוד והוה ליה מין בשאינו מינו ומין בשאינו מינו בנותן טעם
7 Wenn Weinessig mit Metessig oder Weizensauerteig mit Gerstensauerteig [vermischt werden], so ist, wie Abajje sagt, Geschmacksverleihung erforderlich, weil wir uns nach dem Geschmacke richten, und da ihr Geschmack verschieden ist, gelten sie als von einander verschiedene Arten, und bei verschiedenen Arten ist Geschmacksverleihung erforderlich.
ח ורבא אמר במשהו בתר שמא אזלינן והאי חלא מיקרי והאי חלא מיקרי והאי חמירא מיקרי והאי חמירא מיקרי וה"ל מין במינו וכל מין במינו במשהו
8 Raba sagt, auch ein Minimum genüge, denn wir richten uns nach dem Namen, und da beide Essig oder Sauerteig heißen, gehören sie zur selben Art und bei derselben Art ist ein Minimum ausreichend.
ט אמר אביי מנא אמינא לה דבתר טעמא אזלינן דתניא תבלין ב' וג' שמות והן מין אחד או מין ג' אסורין ומצטרפין ואמר חזקיה הכא במיני מתיקה עסקינן הואיל וראוין למתק בהן את הקדירה אי אמרת בשלמא בתר טעמא אזלינן כולי חד טעמא הוא אלא אי אמרת בתר שמא אזלינן האי שמא לחוד והאי שמא לחוד
9 Abajje sagte: Woher entnehme ich es, daß wir uns nach dem Geschmacke richten? Wir haben gelernt: Gewürze derselben Art von zwei oder drei verschiedenen Namen oder dreier Arten werden vereinigt und machen verboten. Hierzu sagte Ḥizqija, hier werde von süßen Gewürzen gesprochen, weil man mit solchen einen Topf versüßen kann. Einleuchtend ist dies nun, wenn du sagst, man richte sich nach dem Geschmacke, denn sie haben alle denselben Geschmack, wenn du aber sagst, man richte sich nach dem Namen, [ist ja einzuwenden:] sie haben ja verschiedene Namen!? –
י ורבא אמר לך הא מני ר"מ היא דתניא רבי יהודה אומר משום רבי מאיר מנין לכל איסורין שבתורה שמצטרפין זה עם זה שנאמר (דברים יד, ג) לא תאכל כל תועבה כל שתיעבתי לך הרי הוא בבל תאכל
10 Und Raba!? – Er kann dir erwidern, hier sei R. Meír vertreten, denn es wird gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen R. Meírs: Woher, daß alle in der Tora verbotenen Dinge miteinander vereinigt werden? Es heißt: <i>du sollst nichts Ekelhaftes essen</i>, was alles ich dir als ekelhaft verboten habe, darfst du nicht essen.
יא חלא לגו חמרא דברי הכל בנותן טעם חמרא לגו חלא אביי אמר במשהו ורבא אמר בנותן טעם
11 Wenn [verbotener] Essig in [erlaubten] Wein kommt, so sind alle der Ansicht, nur wenn er einen Geschmack verleiht; wenn aber [verbotener] Wein in [erlaubten] Essig kommt, so ist, wie Abajje sagt, ein Minimum ausreichend; Raba aber sagt, nur wenn er einen Geschmack verleiht.
יב אביי אמר במשהו
12 Abajje sagt, ein Minimum sei ausreichend,